Fast alles ist hier möglich

2246 12 Comments 15 16 December 2018, 14:49 by
Description
Mein Name ist Hans und ich habe 1959 in Wien das Licht der Welt erblickt, gehöre also auch schon zum „Club der alten Säcke“. Seit 35 Jahren verheiratet und einen Sohn. Mein erlernter Beruf ist Starkstrommonteur, habe mir aber mit dem Computer ein zweites Standbein erschaffen. Heimwerken habe ich von meinem Vater schon mitbekommen, der selbst viel gemacht hat. In jungen Jahren wurde mehr oder weniger Sinnvolles geschaffen. Später dann am Motorrad und am Auto herumgeschraubt. Mit der Zeit und dem Alter wurden auch diverse Möbelstücke und Einbauten erstellt. Die eigene Wohnung wurde gestaltet. Und was es nicht zu kaufen gab, oder zu teuer war wurde selbst angefertigt. Dazu kamen Maurer-, Maler- und Elektrikerarbeiten, nur von Gas und Wasser habe ich die Finger gelassen. Hobbymäßig war noch Modellbau und Elektronik dabei. Als dann mein Vater starb, wurde das halbfertige Haus in der Nähe von Wien stetig komplettiert und um- und ausgebaut. Da bleibt es zwangsweise nicht bei ein paar Maschinen. Das Werkzeugsortiment wurde stetig erweitert. Zusätzlich auch immer mehr am Computer rumgeschraubt und repariert. Irgendwann war das Werkzeug im ganzen Haus verteilt. Dazu kam die endgültige Übersiedelung von der Wohnung ins Haus und die Auflassung meines kleinen Büros. Somit hat sich viel Werkzeug angesammelt. Nach Absprache mit meiner Frau wurde ein Raum im Keller umfunktioniert. Der Lagerraum wurde geräumt und eine kleine Werkstatt geplant. Der Raum hat ca. 20m² eine Raumhöhe von 2,40m und ist verfliest. Die Herausforderung bestand, darin eine Werkstatt unterzubringen, die sämtliche Arbeiten (Holz, Metall, Elektro, Elektronik, Auto und KFZ sowie Computer) ermöglichte. Übergangsweise wurde eine Wandseite mit Regalen, auf der gegenüber gelegenen Wandseite eine selbstgebaute Werkbank und dazwischen eine Hobelbank. Die Werkzeuge und Maschinen wurden teils im Regal und die kleineren Sachen in den Schubladen meiner Werkbank, sowie in diversen Werkzeugkoffern gelagert. Das Ergebnis war ein ständiges hin- und herräumen von Geräten. Zusätzlich verstaubten die offenen Regale sehr schnell. 1m tiefe Regale fassen zwar sehr viel, es ist aber mühsam, zuerst drei Geräte auszuräumen damit man zu der hintersten Maschine dazu kommt. Es musste eine Lösung her. Mit viel Überredung konnte ich meine bessere Hälfte überzeugen, dass wir eine neue Werkstatt benötigen. Ein nochmaliger Selbstbau von Möbel kam nicht in Frage, da ich zu der Zeit zwei Jobs hatte und somit nicht noch mehr Zeit mit dem Möbelbau verbringen wollte. Da ich in meiner Firma lange genug auch in der Werkstatt und auf der Montage gearbeitet habe, hatte ich auch schon eine grobe Vorstellung und natürlich auch Qualitätsansprüche. Auf der Suche nach leistbaren Werkstattsystemen wurde ich auf die Firma Küpper (www.friedrich-kuepper.de) aufmerksam. Jetzt hatte ich Maße und konnte mit der Planung beginnen. Über das Budget musste ich noch mit meiner Frau verhandeln, aber dann konnte bestellt werden. Geliefert wurden die Schränke, Werktische und Kästen im zerlegten Zustand. Das Gesamtgewicht der Lieferung umfasste 1,5t. Es musste alles noch in vielen Stunden zusammengeschraubt werden und die Vollholztischplatten geschnitten und geölt werden. Ich entschied mich, die Arbeitsplatten für jedes Element einzeln anzupassen. Das hat den Vorteil, dass bei groben Beschädigungen einzelne Teile leicht getauscht werden können. Zusätzlich erlaubt es eine randlose Aufstellung der Werkbänke, da der Zwischenraum leicht mit einer zusätzlichen Arbeitsplatte überbrückt werden konnte. Der freie Bereich unter den Platten war somit nicht nochmals mit Standfüßen verstellt und konnte sinnvoll genutzt werden. Der Raum selbst wurde in den meisten Bereichen verlattet und mit OSB-Platten versehen. Die Elektrik wurde auf zwei 240V-Stromkreisen (Steckdosen und Licht getrennt) und einem 400V-Kraftstromkreis aufgeteilt. Steckdosen wurden extrem viele verlegt, sowohl unt- als auch oberhalb der Arbeitsfläche. Somit benötige ich fast nie ein Verlängerungskabel und muss auch nicht ständig die Geräte und Maschinen umstecken. Da selten mehr als zwei Geräte gleichzeitig laufen (zB Kreissäge mit der Absaugung) ist auch eine weitere Unterteilung der Stromkreise nicht notwendig. Bewusst wurden sowohl die Unter- und Oberschränken, sowie die Kästen größtenteils geschlossen ausgelegt. Ich öffne lieber Schubladen und Kästen, als ständig die verstaubten Geräte in den offenen Regalen zu reinigen. Die Oberschränke wurden mit Blenden versehen und alle mit Beleuchtung ausgestattet. Jede Wandseite hat einen eigenen Lichtschalter, somit kann ich die Beleuchtung zusätzlich zum Deckenlicht sehr individuell gestalten. Da bei dem Werkstattsystem standardmäßig sogenannte Lochwände aus pulverbeschichtetem Stahlblech verwendet werden, wurden bis jetzt noch keine anderen Befestigungssystem verwendet. Ich plane aber den Bereich zwischen Hängeschränken und Arbeitsfläche mit einem French Cleat System auszustatten. Auch die Deckenbeleuchtung muss noch von Leuchtstofflampen auf LED-Panels umgerüstet werden. Eine Werkstatt ist halt nie fertig. Werkzeugmäßig hatte ich anfangs außer einem Akku-Schrauber nur kabelgebundene Geräte von Festool und Bosch. Als es dann aber immer mehr Akku-Geräte wurden, störte mich die unterschiedliche Bauform. Jeder Hersteller hat andere Akkus und selbst vom gleichen Hersteller gab es verschiedene Akku-System. Die Qualität und die große Auswahl von Makita-Geräten lernte ich in der Firma sehr zu schätzen, deshalb setze ich in letzter Zeit nur mehr auf das 18V-System. Die Lösung bei starken Geräten 2x18V statt einen 36V-Akku zu verwenden, erlaubt die Verwendung eines einzigen Akku-Typs. Mittlerweile habe ich auch meine Gartengeräte auf diesem System aufgebaut. Mit über 200 verschiedenen Geräten findet jeder etwas. Nur sehr wenige Geräte betreibe ich noch kabelgebunden (Staubsauger, Tischkreissäge, Drehbank). Von den meisten kabelgebundenen Geräte habe ich noch zusätzlich eine Akku-Version. Somit ist auch schnell etwas im Garten oder außer Haus erledigt. Die Werkstatt kann ich zu jeder Tages- und Nachtzeit benutzen ohne den Nachbarn zu stören. Lagerflächen (zB für größere Holzplatten und Balken) habe ich in die Garage ausgelagert. Von der Werkstatt führt direkt eine Stiege in die Garage. Von der ich auch gleich in den Garten komme. Die Werkstatt ist der ideale Ausgleich zum Büro. Und es ist sehr entspannend statt zu programmieren auch etwas mit eigenen Händen anzufertigen. Es ist der ideale Rückzugsort um den Stress abzubauen.
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Klaus Bergmann
Schaut echt cool aus 😎, Da wird der Sohnemann sicher auch ab und zu schrauben?? Mir gefällt der Style und die Ordnung!
18 December 2018, 0:54
Hans Mimlich
Ja, meistens mit Umbauten für sein Motorrad. Wenn er Werkzeug für seinen Wohnungsumbau benötigt, weis er wo er hingeht :)
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18 December 2018, 20:26
Klaus Bergmann
Eine Frage, als Starkstromtechniker, welche Steckdosen (gelb//schwarz) verwendest Du? Und hast Du die Werkstatt speziell abgesichert??!
18 December 2018, 0:56
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Hans Mimlich
Das sind Verteiler von OBI, Marke weis ich nicht mehr. Für mich war wichtig, dass sie robust und spritzwassergeschützt ausgeführt sind. Das Kabel ist ein hochwertiges Gummi-ummanteltes Kabel. Die Klappe hat noch den Vorteil dass die Steckdosen auch nicht so verstauben. Der einzige Nac...View More
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18 December 2018, 20:22
Angelika Meier
Später mal, wenn unser Haus fertig gebaut ist (Ende nächstes Jahr?), werde ich auch eine richtige Werkstatt bekommen. Mit Strom und allem was dazugehört. Solange kann ich mich nur mit der hier behelfen: https://youtu.be/-YJPG74yioE
31 December 2018, 21:00
Isbaner Dieter
Das wäre auch mal mein Traum, so eine werkstatt, top top top
06 January 2019, 11:21