Jägermeister Logo aus 1844 Münzen und 3,5 kg Epoxidharz

267 1 Comment 4 Kreatives verschönern 19 September 2020, 16:10 by
Level
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Duration
0,00 Hours
Project Description:

Wer sein Getränk liebt und das auch gerne zeigt, braucht dafür natürlich entsprechend auch was Vorzeigbares. Dementsprechend habe ich für einen Freund zum Geburtstag eben dieses gemacht - das Jägermeister Logo aus 1844 Ein-Cent-Münzen und ~3,5kg Epoxidharz.

Das Ganze hat einen Durchmesser von 45cm, ist etwa 2,5cm dick und wiegt 7,9kg. Wer vor hat das Ganze so oder mit einem anderem Logo nachzumachen sollte ein wenig Zeit einplanen, da, selbst wenn alles nach Plan läuft und nichts schief geht, das Stellen der Münzen und das Schleifen eine Menge Geduld verlangen. Ich habe für das Stellen über drei Tage verteilt 10 Stunden gebraucht und für das Schleifen mindestens nochmal genauso lange. Außerdem hat man durch das Harz mehrere Tage Trockenzeit.

Dieses Projekt ist also keines was man sich mal eben so aus dem Ärmel schüttelt, sondern man sollte sich entsprechend vorbereiten und informieren, damit man nicht wie ich in seinem ersten Projekt mit Epoxidharz über 70 Stunden Arbeitszeit damit verschwendet dumme Fehler auszumerzen und auch ein schöneres Ergebnis hat. Damit Ihr eben diese Fehler nicht macht werde ich diese jeweils kurz anschneiden und sagen wie man diese vermeiden kann.

Außerdem habe ich dieses Projekt auch noch in Videoform erstellt, wo bspw. noch mehr Bilder und ein Zeitraffer des kompletten Legeprozess der Münzen zu sehen sind. Hier findet Ihr es:
https://www.youtube.com/watch?v=MC76xH-JFGw

 

Anleitung:

Bau des Rahmens

Für den Rahmen habe ich Rechteckleisten (30x30) genommen, da diese für gewöhnlich sehr gerade sind und die Kanten nicht abgerundet sind. Ich habe diese dann zurecht gesägt, so das ich ein Achteck bekam, um möglichst wenig Harz zu verschwenden (ich habe 45° Winkel statt 22,5° Winkel genommen um mit der Handsäge ein genaueres Ergebnis zu bekommen). Danach habe ich alles zusammengeleimt, damit alle Lücken geschlossen sind.

Danach kam dann eine Schicht transparentes Klebeband unten drunter, so dass sie nach oben zeigt. Dabei sollte man allerdings darauf achten, dass sowohl alle Streifen überlappen und verbunden sind und keine Wellen entstehen, dadurch, dass man das Klebeband zu stramm zieht. Da ich allerdings Wellen hatte war sowohl das Stellen der Münzen, als auch die weitere Bearbeitung der Unterseite nach dem Gießen der ersten Schichten sehr viel schwieriger und war somit der Hauptgrund der 70 unnötigen Arbeitsstunden, die durch Fehler meinerseits zu Stande kamen. Also Wellen im Klebeband um jeden Preis vermeiden!

Unter das Klebeband kommt dann noch eine Schicht Folie, um das Harz zu halten, falls es wider Erwarten doch durch das Klebeband kommen sollte. Zur Befestigung am Rahmen eignet sich ein Tacker. 

Darunter dann noch die Vorlage des Motivs auf Papier, ebenfalls mit dem Tacker. Achtet beim Drucken auch auf die Druckereinstellungen, damit euer Motiv nicht verkleinert oder gar abgeschnitten wird.

Um das Holz auf der Innenseite vor dem Harz zu schützen wird noch ein Streifen Klebeband rundherum angebracht (das kann auch nach dem Stellen der Münzen gemacht werden um das Stellen so ein wenig einfacher zu machen).

Stellen der Münzen

Bei diesem Schritt gibt es nicht allzu viel zu erklären. Nehmt euch einfach ein paar Münzen und fangt an.

Ich habe primär meine Hände zum Stellen genutzt und gelegentlich ein paar Stifte zum Richten benutzt. Auf die Oberseite der Münzen habe ich auch Klebeband geklebt, da sie sich so gegenseitig halten und alles stabiler ist, obwohl auch das Klebeband auf der Unterseite in der Lage dazu war alles zu halten. Bedeckt aber nicht die komplette Oberseite des Rahmens, da ihr sonst nirgends das Harz eingießen könnt. Münzen die verfärbt sind würde ich aussortieren, da diese später durchaus das Gesamtbild verschlechtern. 

Wenn ihr bei eurem Motiv gerade Stellen habt, wie bei mir bspw. das Kreuz und der Rand, empfiehlt es sich diese vorher aneinander zu stellen und einen langen Streifen Tesa über die Oberseite aller Münzen zu kleben. Auf die Weise stehen sie zum einen enger bei einander und haben keine Lücken und zum anderen stehen sie dadurch eher in einer Linie und nicht leicht versetzt.

Falls Haare oder Fussel auf das Klebeband kommen sollten, sollten sie mit einer Pinzette entfernt werden, damit sie nicht ins Harz eingeschlossen werden.

Harz Gießen

Für das Gießen gibt es ein paar Dinge zu beachten. Am wichtigsten ist auf jeden Fall Einweghandschuhe zu tragen und den Raum entweder gut durchlüftet haben oder alternativ eine Maske mit entsprechenden Filtern zu tragen, da das Harz gesundheitsschädigende Gase absondert.

Zum Harz selber kann man auch einiges erzählen, allerdings findet man im Internet auf einigen Plattformen Leute die mehr Erfahrung mit dem Thema haben und wesentlich qualifizierter sind als ich. Nichts desto trotz zähle ich hier ein paar wichtige Dinge auf. Euer Harz sollte eine Verarbeitungszeit von mindestens 15 Minuten haben oder lieber länger (meins hatte 45-60 Minuten). Zum mischen solltet ihr auf jeden Fall eine Waage nutzen um das Verhältnis von Harz zu Härter einzuhalten, da euer Harz evtl. sonst nicht richtig aushärtet. Nehmt ebenso ein Behältnis und einen Rührstab, die danach nicht mehr gebraucht werden. Also bestenfalls keine Tupperdose aus der Küche, sondern eher Plastikeimer oder -Becher und Holzstäbe. Lasst euch beim Rühren Zeit, bis einerseits alle Schlieren weg sind und somit alles gründlich vermischt ist und um andererseits nicht allzu viele Blasen hervorzurufen. Idealer Weise hat man jetzt eine Vakuumkammer um alle Blasen zu entfernen, allerdings geht das auch gut mit Feuer - hier kommt dann der Bunsenbrenner ins Spiel (haltet den Brenner aber auch nicht zu lange über die gleich Stelle). Um mehr neue Blasen zu vermeiden sollte man das Harz von weit oben und in einem dünne Strahl eingießen. Achtet auch darauf, dass eure Harzschicht nicht dicker als 1cm ist, da sie sonst evtl. nicht vollständig aushärtet. Überprüft zu Beginn der Aushärtungszeit ob ihr Lecke habt und dichtet sie ab, da euer Arbeitsplatz sonst unbrauchbar wird.

Wenn die erste Schicht dann etwa die Hälft der Trockenzeit hinter sich habt könnt ihr das Klebeband auf der Oberseite der Münzen entfernen, vorausgesetzt natürlich ihr habt es beim Gießen nicht mit eingeharzt. Auf die erste Schicht kommt dann die zweite Schicht, die bei mir bis zur finalen Höhe meines Werkstücks ging. Dadurch das die erste Schicht noch nicht vollständig getrocknet ist verbindet sich die zweite besser mit ihr.

Nachdem alles vollständig ausgehärtet ist kann der Rahmen mit dem Motiv, der Folie und dem Klebeband entfernt werden, um an die Unterseite zu kommen. Die Unterseite muss nun vollständig von Kleberresten des Klebeband entfernt werden entweder mit Seife, chemischen Hilfsmitteln oder mit Schleifpapier. Das war dann auch mein zweiter großer Fehler da ich die Kleberreste für nicht vollständig ausgehärtetes Harz hielt und somit dafür sorgte das die nächste Schicht sich nicht mit dem Rest verband und die Korrektur dessen durch die Wellen im Klebeband sehr viele Stunden benötigte. Wenn ihr dann aber alle Klebereste entfernt habt kommt um den Rand ein Streifen Klebeband, der dafür sorgt das die Schicht Harz die ihr jetzt anrührt und auf die Unterseite gießt nicht vom Rest herunterfließt. Diese Schicht könnt ihr auch weglassen, wenn ihr wollt, allerdings wollte ich, dass je über und unter den Münzen eine Schicht Harz war und diese auch gleichhoch ist.

Die finale Form

Nachdem dann alles vollständig ausgehärtet ist kann das restliche Klebeband entfernt werden und damit begonnen werden aus dem Achteck einen Kreis zu machen. Als erstes bin ich dafür an den Kanten mit einem Stechbeitel entlang gegangen, um diese auf die gleiche Höhe wie den Rest zu bringen (dieser ist beim Gießen entstanden, als das Harz noch nicht gleichmäßig verteilt war). Auf diese Weise kann dann die Stichsäge gerade entlang der Vorlage sägen, die ich vorher gezeichnet und auf das gehärtete Harz geklebt habe. Idealer weise nutzt man hier statt der Stichsäge eine Bandsäge oder eine Fräse mit Rundschneidevorrichtung, klappt aber auch ohne.

Schleifen

Zum Schleifen muss man eine Staubschutzmaske aufziehen, da der Staub des Harzes als krebserregend gilt. Außerdem bietet es sich an nass zu schleifen, um so möglichst wenig Staub in der Luft zu haben. Nichtsdestotrotz ist dieser Arbeitsschritt der mit Abstand dreckigste, dementsprechend sollte das Ganze nicht gerade im Wohnzimmer gemacht werden und auch alles mit Folie ausgelegt bzw. bedeckt sein.

Die niedrigste Körnung dient rein dazu um alles gerade und Rund zu machen, denn sowohl die Oberfläche des Harzes als auch die Seite sind nicht sonderlich glatt. Dementsprechend gering ist auch die Körnung, um möglichst schnell viel Material wegnehmen zu können (bei mir 80, lieber noch geringer). Wundert euch allerdings nicht darüber, dass das Harz milchig und weniger durchsichtig wird - um so höher die Körnung wird, desto klarer wird es wieder.

Wenn dann alles die Form hat, die ihr möchtet kann die Körnung erhöht werden (Körnung 180) und wieder alles abgeschliffen werden, bis alle Kratzer der vorherigen Körnung weg sind. Das Ganze wiederholt ihr dann mit einigen weiteren Körnungen (400, 800, 1500, 3000, 5000, 7000 und bestenfalls auch 10000 und 12000). Nachdem ich auch mit einem Schwingschleifer viele Stunden gebraucht habe würde ich sehr stark davon abraten alles per Hand zu schleifen und eher einen zu kaufen oder zu leihen, falls ihr keinen besitzt. 

Wenn ihr dann mit allen Körnungen durch seid kann man das Harz auch noch polieren (nur mit entsprechend feiner Politur, um keinen Rückschritt zu machen), ist aber nicht zwingend nötig und habe ich mir auch erspart.

So wenn dann das alles hinter euch gebracht hat könnt ihr euer Werkstück abwaschen und bewundern, den ihr seid fertig!

Zum Thema aufhängen würde ich ein paar Schrauben nehmen, die vom Kopf aus ein längeres Stück kein Gewinde haben, um sie so darauf zu stellen (oben sollte auch mindestens eine hin, damit es nicht herunterfällt). Auf die Weise braucht ihr keine hässlichen Löcher in euer Werkstück zu bohren. Wer mag kann es aber auch auf der Kommode an die Wand lehnen oder einfach auch den Tisch legen.