8993 Views 23 Likes 14 Comments
by Published on 09 January 2019, 12:29
Zunächst einmal das ist meine Vorgehensweise, und meine Ansicht. Es gibt bestimmt noch bessere Lösungen aber so hat es für mich bisher immer gut funktioniert und so wird es für euch auch gut funktionieren. Wenn Ihr noch Fragen habt, beantworte ich diese gerne.

Schritt 1: Holz kaufen

Generell hole ich mir Massivholz nur noch bei Privatanbieter. Das ist einfach günstiger und stressfreier. Schaut doch mal bei Kleinanzeigen ob nicht jemand in deiner Nähe getrocknete Bretter verkauft. (ich bezahle 300 Euro für einen Kubikmeter getrocknete Eichen Bretter)

Damit sind wir auch schon beim zweiten Punkt, nämlich das Holz muss trocken sein. Ist es nicht trocken so wird sich dein Brett verziehen oder vielleicht sogar reißen. Man sagt frisches Holz trocknet ca. 1cm pro Jahr.

Von Brettern mit Mängeln wie Holzwürmer solltest du ebenfalls die Finger lassen. Holzwürmer bleiben für immer im Holz wenn du sie nicht bekämpfst. Wenn der Wurm allerdings im Splintholz ist ist das normal und nicht weiter schlimm.

Rissige Bretter sind ebenfalls zu meiden und ich rede nicht von einem Großen in der Mitte. Eins mit ganz vielen kleinen Rissen in der gesamten Bohle nenne ich ,,Brennholz“. Guck dafür einfach aufs Stirnholz und du wirst sie schnell bemerken.

Noch ein kleiner Tipp am Rande. Versuche dir Bohlen mit wenigen Ästen auszusuchen. Ein Brett mit wenigen Ästen ist beim Hobeln ein Segen.

Schritt 2: Schneiden

Wenn du nun das perfekte Holz gefunden hast und es in deiner Werkstatt steht musst du die Bretter in Streifen schneiden. Das macht man da sich das finale Brett sonst verzieht.

Außerdem schneidet man den Kern und das Splintholz raus. Wenn man z. B. Bei einer Eichenbohle auf das Stirnholz schaut sieht man links und rechts einen etwas andersfarbigen Teil worauf die Rinde ruht. Das ist das Splintholz. Es ist oftmals voller Würmer. Die willst du nicht in deinem Brett haben! Der Kern des Brettes ist auch leicht zu erkennen. Es ist quasi in der Mitte der Jahresringe. An der Stelle verzieht sich die Bohle am meisten. Der Scheitelpunkt der Parabel sozusagen.

Ich Schneide die Streifen immer 5-6 cm breit. Eine Bandsäge reicht dafür völlig aus. Kleiner Tipp versucht nicht das Holz am Längstanschlag einer Bandsäge vorbei zu schieben. So genau kann man das nicht einstellen. Ich zeichne mir die Streifen einfach an und Säge dann nach Auge. Eine Tks ist natürlich viel entspannter und präziser haben aber nicht alle zur Verfügung.

Schritt 3: Hobeln

Beim hobeln solltest du generell auf die Richtung der Maserung des Holzes achten. Holzfaser reißen schnell aus vor allem bei stumpfen Messern.

Das wichtigste ist es natürlich die Bretter gerade und im rechten Winkel zu hobeln. Aber hat man doch mal Eins, das in die Länge gebogen ist so sollte man die Fläche einfach nur glatt und gleichmäßig abrichten. Beim Verleimen richtet sich das wieder. (Das gilt natürlich nur für minimale Biegungen von max. 5 cm unterschied auf einem Meter und max. 25 mm dickes Holz). Also wichtig ist erst einmal, dass du die Verleimflächen gerade bekommst denn sonst schließen sich diese Flächen beim leimen nicht richtig.

Wenn du z.B. ein 20mm dickes Brett haben möchtest würde ich dir raten die einzelnen Streifen nicht dünner als 24mm zu hobeln. Die Dicke der Leisten muss nach dem Hobeln gleich sein aber die Breite ist eigentlich egal, Hauptsache parallel.

Schritt 4: Verleimen

Beim Verleimen gibt es einige Regeln. Auf dem Bild siehst du z.B. wie die Jahresringe zueinander stehen müssen, damit sich das Brett nicht verzieht. Generell verzieht sich Holz so oder so. Man kann es aber durch Tricks einschränken.

Achte darauf, dass die Streifen nicht während dem leimen verrutschen. Auf dem Bild siehst du wie man es durch zwei gerade Holzleisten geschickt vermeidet. Klebeband auf den Flächen hilft, dass der Leim nicht an den Leisten festklebt.

Spare außerdem niemals am Leim. Das ist das schlimmste was man machen kann. Den überschüssigen Kleber kannst du einfach mit einem Lappen verwischen und musst ihn nachher nicht mehr abschaben. Leime nie Stücke zusammen die breiter als deine Hobelmaschine sind. Meine Hm ist z.B. 26 cm breit und ich leime immer max. 25 cm breite Stücke zusammen.

Schritt 5: Wieder Hobeln

Jetzt ist dein Brett fertig verleimt, sieht aber schlimm aus. Das macht nichts, denn du hobelst es jetzt nochmal. Erinnerst du dich noch an die extra 4 mm die wir gelassen haben? Die kannst du nun abrichten und auf Dicke bringen sodass du das Endmaß erreichst. Jeder Versatz ist nun weg und man sieht schon ein schönes Brett…

Schritt 6: Brett breiter machen

… aber vielleicht brauchst du ein breiteres Brett was nicht in einem Stück durch deinen Hobel passt. Man braucht eine Lamellofräse oder ähnliches um nun die zwei Bretthälften in ein ganzes zu verwandeln. Die Hälften haben schon das Endmaß erreicht deshalb können wir uns keinen Versatz erlauben.

Wenn die Hälften verleimt sind muss du nur noch einmal über die Fuge schleifen.

Ich würde dir raten das Brett ca. 10-20cm länger zu machen als du brauchst, da die Enden immer schlechter aussehen als die Mitte.
Categories:
Like (20)
Loading...
Dankbar (2)
Loading...
Love (1)
Loading...
23
MrDetlef1990
Klasse Beitrag, vielen Dank dafür :)
1
1
13 January 2019, 20:14
Hallo leute. Ich komme günstig an Eiche bohlen. Die sind ca. 3m x 20-30cm breit und so 30-40mm stark. Mass ohne baumkante. Da kostet das Brett so 30€ und ist 5 jahre gelagert. Gruß theo
1
1
17 January 2019, 17:21
darf ich fragen in welcher region? suche auch so was in dem dreh
22 February 2019, 17:05
Hallo Spaltkeil. Ich wohne in Baden-wütemberg. Keis Heilbronn.
01 March 2019, 19:57
dancii lobsterr
Das hast du sehr gut bewschrieben
1
1
28 March 2019, 17:03