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Nehpets
by Published on 11 April 2021, 15:50

(Sorry, hier was Layout zu machen ist unmöglich)

Das heutige Thema dreht sich um Holzbeschaffung, und ist bestimmt nicht für jeden so machbar.

Ich kaufe schon seit Jahren kein Holz mehr im Handel. Zumal ich mit der angebotenen Qualität, hier insbesondere der Baumärkte überhaupt nicht zufrieden bin. Andererseits sind die Preise für Holz in guter Qualität leider recht hoch.


 

So habe ich mich nach Alternativen umgesehen:

Eine Zeit lang gab es bei Ebay immer mal wieder große Posten, die wirklich günstig waren – ist seit ein paar Jahren allerdings sehr selten möglich. Nachteilig ist hier eindeutig die Entfernung.

Dann hatte ich beim Brennholz machen immer wieder mal schöne, dickere Stämme mit dabei.

So kam ich 2010 das erste mal mit einer Blockbandsäge in Kontakt.


 

Der Anlass dieses Blockes ist ein aktueller.

Ich möchte hier über die derzeitige Situation auf dem Holzmarkt hinweisen, meine Prognose abgeben, wie es sich preislich entwickeln wird.

Derzeit herrscht noch ein gewisser Überschuss im Markt, der sich leider aber nicht im Handel wiederfindet. Dieser Überschuss wird in der Hauptsache durch klimatische Veränderungen bestimmt. Also, Trockenheit und damit einhergehende Schwächung der Bäume, was diese für Schädlinge anfällig macht, so dass die Wälder sterben. Derzeit ist meist Nadelwald betroffen, es zeichnen sich aber auch schon Schäden in den Laubwäldern ab.

Dass, trotz erhöhtem Einschlag die Holzpreise steigen, ist dem Umstand (Globalisierung) geschuldet: die USA haben Zölle auf kanadisches Holz erhoben, dadurch wird europäisches Holz günstiger, bei besserer Qualität. Dies führt hier zu Lande zu steigenden Preisen. („Käferholz“ füllt die leeren Überseecontainer auf der Rückreise nach China – die alten Gourmets).

Und damit sich der Kreis schließt. Deutschland importiert russisches Nadelholz, auch Fichte.

Gleichzeitig können wir noch ein Schwinden der Urwälder beobachten.

Dies wird zwangsläufig zu einem starken anstieg der Preise führen. (Die Nachfrage wird das Angebot deutlich übersteigen.)

Nach Stand 04.2021 kostet 1m³ KVH 810 €, vor 3 Jahren noch 500 €.


 

Da mir diese Entwicklung absehbar erscheint, habe ich mich zu einer größeren Aktion entschlossen, zumal ich schon einige Stämme Tanne geschenkt bekommen hatte, habe ich beim Förster noch zusätzlich ca.40m³ „Brennholz“ erworben. Einen zurückgelassenen Pollter Fichte D= 20-50cm, sowie Lärche und Douglasie D=15-40cm.

Zeitgleich das mobile Sägewerk bestellt und die dickeren Stämme aufgeschnitten. Die dünneren kommen auch noch dran, allerdings säge ich diese mit meiner eigenen, selbstgebauten Blockbandsäge, noch zu Balken und Kanthölzern (für solche Mengen ist meine Säge leider nicht ausgelegt – dauert einfach zu lange!)


 

In diesem Zusammenhang möchte ich noch auf die Video des „kleinen Drexslers“ hinweisen, der sehr anschaulich zeigt, wie man in seiner Umgebung Stammholz bekommen kann, und daraus alle möglichen Bretter oder Balken scheiden kann. Das erinnert mich ein bisschen daran, wie ich vor 10 Jahren angefangen habe.

Ein weiterer Vorteil ist, dass man Zugang zu Hölzern bekommt, die im Handel zum einen nicht oder nur schwer oder selten verfügbar sind und in den Dimensionen eher gar nicht gehandelt werden.


 

Bei einen Eigenbau einer Blockbandsäge sollte allerdings darauf geachtet werden, die Rohrquerschnitte nicht zu klein zu wählen, denn diese Maschinen weisen ein deutliches Schwingverhalten auf, wodurch vor allem die Schweißnähte belastet werden.

Bedenkt man, dass eine solche Maschine in der Lage ist, einen Stamm D=50cm L=4m, in ca. 1 Minute der Länge nach aufzutrennen. Die Bandgeschwindigkeit ist etwa 1200 m/min.


 

Noch ein paar Daten zum Aufwand und Ergebnis:

3 Wochen Arbeitszeit

Unter 2000.-€ Kosten - bis jetzt.

4m³ Sägemehl

ca. 35m³ Schnittholz.

ca. 1200m Stapelleisten

Rest Schwarten /Brennholz


 

Noch einige Anmerkungen zum Thema:

Kettensägewerk wäre für kleine Mengen und dünnere Querschnitte eine weitere Möglichkeit.

Leider ist hier der Schnittverlust recht hoch.

Empfehlenswert ist für gelegentliches einschneiden ist, in der näheren Umgebung Ausschau zu halten, ob jemand es ausführen kann.

Auch den Platzbedarf und die Trocknungszeit sollte man berücksichtigen.

Das Schnittergebnis einer Blockbandsäge ist nicht immer gut. Das hängt stark vom Holz ab.

Erfahrungsgemäß lässt sich ein frischer, astreiner Stammrecht gut auftrennen, mit zunehmender Trockenheit und vielen Ästen wird der Schnitt wellig, d.h. Die Stärke des Brettes kann mehr als 10mm schwanken. Ein scharfes Band und geringer Vorschub helfen erfahrungsgemäß nur bedingt.

Stapel mit 5x3x2m