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by Published on 27 March 2019, 19:40
Es ist gar nicht so einfach die richtige Hobelmaschine zu finden! In diesem Beitrag möchte ich dir zeigen worauf es ankommt. Ich habe mittlerweile meine zweite Maschine in der Werkstatt stehen, nachdem ich einiges aus der Ersten lernen musste. Dieser Beitrag ist für all die gedacht, die noch keine praktischen Erfahrungen mit Abricht-Dickenhobelmaschinen gemacht haben.

1. Abrichte

Beim Hobeln fängt man normalerweise mit dem abrichten der Bretter an. Das Ziel der ganzen Sache ist, dass aus rauem, verzogenem und krummen Holz, schöne, gerade Bretter werden.

Es ist immer angenehmer wenn die Abrichttische so lang wie möglich sind. Kurze Tische bekommen das Holz auch gerade, es ist aber viel entspannter schwere Werkstücke auf einer großen Fläche ablegen zu können.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass die Tische so plan wie möglich seien müssen. Blechtische verformen sich schneller als beispielsweise Graugusstische.

Bei der Messerwelle gibt es viele verschiedene Systeme. Das Gebräuchlichste ist die Streifenmesserhobelwelle. Letztendlich muss jeder für sich entscheiden, welchen Typ von Welle er haben möchte. Grundsätzlich gilt, je mehr Messer, desto sauberer ist das Schnittbild.

Die einfache Einstellbarkeit des Abnahmetisches zur Welle ist kein Muss aber sehr komfortabel. So wird der Messerwechsel nicht zur unausstehlichen Aufgabe.

Einer der wichtigsten Punkte ist das Einstellen der Abnahme. Dies muss so leichtgängig und einfach wie möglich sein. Fast bei jedem Brett verstelle ich die Abnahme um entweder Zeit oder Material zu sparen.

Zum Anschlag gibt es nicht viel zu sagen. Er muss solide und plan sein. Was viele unterschätzen ist, dass man den Anschlag verschieben kann. Manche Hobelmaschinen haben einen Feststehenden, den man nicht bewegen kann. Sobald an der Stelle, wo der Anschlag sitzt, eine Kerbe in den Messern ist, wird sich Diese in jedem gehobelten Brett widerspiegeln. Bei einem Verschiebbaren kann man ihn einfach ein Stück weiterschieben um so der Kerbe zu entgehen.

2. Umbauen vom Abrichten zum Dickenhobeln

Beim umbauen gibt es nichts wichtigeres als das es schnell geht. Die ersten ein bis zwei Male nimmt man sich noch Zeit nur irgendwann will man einfach nur hobeln. Geht vorher in den Laden und testet diesen Prozess. Ihr werdet die Maschine seltener benutzen, wenn die Bedienung zu lange dauert.

3. Dickenhobel

Was mich bei meiner ersten Hobelmaschine frustriert hat, waren die Vorschubwalzen. Diese waren aus Gummi und bei einer 30 Jahr alten Maschine haben die sich nach 10 Jahren stillstehen und dann zwei Monaten benutzen verabschiedet. Holt euch eine Maschine mit stählernen Vorschubwalzen. Die Einzugswalze ist meist gezahnt und bestenfalls sind die Zähne um die Maschine ,,gedreht“ sodass der Vorschubdruck konstant bleibt. Die Auszugswalze ist oft nur eine glatte Metallwelle aber mit genug Silbergleit macht sie auch ihren Dienst.

Was außerdem nerven kann ist die Vorschubgeschwindigkeit. Je langsamer das Holz durch die Maschine geschoben wird, desto besser ist auch die Oberfläche nur bei einer Geschwindigkeit von 2m/Minute bekommt man nichts fertig. Dabei muss jeder den perfekten Kompromiss zwischen Geschwindigkeit und Sauberkeit des Schnittes finden. Für mich sind 6m/Minute eigentlich genau richtig.

Die Ritzel, die die Vorschubwalzen antreiben müssen meiner Meinung nach unbedingt aus Metall sein. Kunststoffritzel werden auf Dauer gesehen verschleißen.

Der Dickentisch sollte bestenfalls so lang wie möglich sein, damit Werkstücke nicht nach dem Hobeln einfach herunter fallen.

Jeder Dickentisch wird rechts und links eine ,,Begrenzung“ haben, die dafür sorgt,dass Werkstücke im Bereich der Hobelwelle bleiben. Wenn Diese sehr niedrig sind kann es passieren, dass Bretter durch die Walzen schräg gedrückt werden und auf den Begrenzungen laufen. Das darf natürlich nicht passieren und kann gefährlich werden.

Um den Tisch hoch und runter zu fahren wird oft eine Säulenführung verwendet. Das ist solider als wenn der Tisch einfach an vier Gewindestangen hängt, die durch eine Kette miteinander verbunden sind.

Alles in allem muss eine kleine, gescheite Hobelmaschine meiner Meinung nach mind. 100 kg auf die Wage bringen. Von den kleinen Maschinen, die es schon für 200 Euro gibt kann ich euch nur abraten. Ihr braucht keine Hm mit 60cm Nutzbreite. Breite Bretter kann man auch mit einer 26er Maschine herstellen (Hier zeige ich wie: https://heimwerker-helden.de/wie-stelle-ich-selber-leimholz-massivholzbretter-her-tipps/ ). Wichtig ist nur, dass sie stabil gebaut ist und gut funktioniert.
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Danke für die vielen Tips zum kauf einer Hobelmaschine. Ich bin gerade auch dran mich zu entscheiden was ich kaufen soll. Ich denke Deine Maschine erfüllt all die aufgezählten Kriterien. Welche Maschine ist das? Im Moment ist die RP PT107 mein Favorit. Was meinst Du?
28 March 2019, 14:14
Die Record Power ist denke ich eine gute Wahl. Sehr solide und ich glaub sogar mit drei Messer Welle. Was meine Maschine angeht erfüllt diese in der Tat alle Kriterien. Was das für eine Maschine ist kann ich dir gar nicht sagen. Ich habe sie zufällig auf EBay Kleinanzeigen entdeckt u... View More
28 March 2019, 16:00
Michael Truppe
Luca wird noch voll der Blogger!!!!!! Ich feier das Luca!
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14 April 2019, 23:59
Super hilfreicher Beitrag, danke! Ja, beim kauf von solchen Maschinen sollte man sich schon ein wenig auskennen und nicht unbedingt direkt zur ersten Maschine greifen, welche äußerlich in Ordnung aussieht. Ich schaue natürlich auch ein wenig auf den Preis. Wenn man aber weiß, worauf man achten muss,... View More
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20 May 2019, 16:39
stimmt! Mit der Zeit hab ich mich mit vielen Hobelmaschinen beschäftigt. Empfehlen kann ich auf jeden Fall die DW 50 von Dewalt und die Kleine von Hans Schreiner!
20 May 2019, 22:17